Unsere Reiseberichte
"Wenn nicht jetzt, wann dann" - dieser Spruch geisterte seit Anfang 2023 in unseren Köpfen umher.
Und wir haben bisher viel erlebt und gesehen und es macht nach wie vor Spass.
Wir wollen Euch auf unseren Reisen mitnehmen und spannende Geschichten über das Erlebte erzählen.
Und wenn Ihr Fragen habt, haut einfach in die Tasten!
Unsere Sizilien-Reise 2025-2026
hier findet Ihr immer unseren aktuellen Reisebericht
01.05.2026
Vágyakozom Magyarországra? (Lust auf Ungarn?)
Lust auf Ungarn!
Wie wäre es, wenn wir die Rückreise über Ungarn planen? Wie kommst Du da drauf?
Naja. durch Slowenien wollten wir sowieso, da können wir doch auch noch einige Kilometer weiter nach Osten fahren.
An der italienisch-slowenischen Grenze ging es erstmal zur Tanksstelle, die slowenische Mautbox aufladen.
Bis zur ungarischen Grenze - 130,00 €! Wieviel? 130,00€!
Naja, 5t Gewicht, 3 Achsen, Baujahr 2009, nicht gerade optimale Abgaswerte, das kostet halt ein bisschen mehr.
Und schneller als 80km/h dürfen wir auf der Autobahn nicht fahren, das spart etwas Diesel!
Dann können wir auch mal Landstrasse fahren um uns noch Einiges anzusehen.
Unser erster Stop war das Weingut Lepa Vida in Sempas, hier hatten wir uns zu einer Weinprobe angemeldet und einen Stellplatz mit Ver- und Entorgung gab es auch.
Die Weinprobe war sehr interessant, 8 verschiedene Weine wurden verkostet, viele Informationen zu den Weinen sehr kurzweilig präsentiert und als kulinarische Begleitung wurden lokale Wurst- und Käsesspezialitäten gereicht. 3 Flaschen haben den Besitzer gewechselt.
Eigentlich wollten wir ja am nächten Morgen in Richtung Ljubljana aufbrechen, aber, 20km rückwärts gab es ein altes Eisenbahnbaudenkmal, da wir uns unbedingt ansehen wollten.
Hat sich gelohnt! Die Solkanbrücke ist die mit 85m Bogenweite weltweit längste gemauerte Steinbogenbrücke. Erbaut zwischen 1900 und 1905! Eröffnet 1906
Fahren wir bis Ljubljana mal Landstraße? Bisschen Landsschaft genießen?
So sind wir dann durchs Gebirge gefahren, die Strasse ging bis auf 950m hoch, war teilweise schmal, aber gut befahrbar.
Obwohl Slowenien das Land in Europa mit der größten Braunbärenpopulation ist, haben wir keinen einzigen gesehen. Und die Ausicht? Bei uns ziemlich vernebelt.
Unser nächster Übernachtungsstop war in Ceplje auf dem Parkplatz des dortigen Fahrsicherheitsstrainingszentrum. (slovenisch: center za usposabljanje za varno voznjo).
Auf der Fahrt dorthin wurden wir von einer freundlich lächelnden Polizistin gebeten, von der Strasse auf einen Parkplatz zu fahren.
Zwei Polizisten überreichten mir nach Überprüfung der Personalien mit sehr freundlichen Worten eine Urkunde, statt erlaubter 50km/h waren wir mit 67km/h unterwegs, das macht 120€, bei Barzahlung 60€.
Und 3 Punkte gab es noch zussätzlich.
Bis zu unserem ersten Stellplatz in Ungarn waren es noch knapp 200km.
Bei Lipovci gibt es einen kleinen See mir Rundweg, ideal für eine Pause, die unsere Wuffis und wir sichtlich genossen haben.
Jetzt aber ab nach Ungarn!
An der letzten Tankstelle vor der Grenze versucht, die slowenische Mautbox zurückzugeben, ging nicht, System defekt. Also die Box per Post zurück schicken.
Ungarn, fangen wir mal mit einem kleinen Sprachkurs an:
- Guten Morgen jo reggelt
Guten Tag jo napot
Guten Abend jo estet - Danke köszönöm
Bitte kerem - geöffnet nyitva
geschlossen zárva
Ausfahrt Kijárat
- Mutter Anya
- Wasser Viz
Wein Bor
Rotwein Vörösbor
Weißwein Fehérbor
Bier sör - Prost egészségedre
- Witz Vice (gespr. Witz), der Einfluss der Österreicher
- Etterem Restaurant
Csárda Dorfschenke, einfaches Gasthaus an der Strasse - Hódmezövásárhelykutassipuszta - Auflösung ganz unten
Übrigens, jeder Ungar und jede Ungarin hat drei Ohren!
Häh?
Ja, ein linkes, ein rechtes Ohr und eines in der Mitte. Nase heißt auf ungarisch "Orr" und wird wie "Ohr" gesprochen.
Und wenn wir schon dabei sind:
es ist in Ungarn immer noch verpönt, mit Bier anzustoßen. Und bis 1999 war das sogar Gesetz und hat sich so sehr in die Köpfe der älteren Bevölkerung eingegraben, das man das auch heute noch nicht macht.
Mit Wein, Sekt, mit Palinka ja, aber nicht mit Bier!
Warum?
Nach der Niederschlagung der ungarischen Revolution von 1848/49 feierten die Österreicher den Sieg und die Hinrichtung von 13 ungarischen Märtyrern durch das Anstoßen mit Bierkrügen.
Unsere erste Übernachtung in Ungarn kostete ohne 5 Euro, mit Strom 10€. Und der Haken? Wasser gibt es erst am Wochenende!
Kriegen wir ohne Strom hin!
Das Wachpersonal war auf jeden Fall sehr aufmerksam!
Am nächsten Morgen, natürlich nicht ohne die ganzen Hunde auf den Anwesen links und rechts der Strasse bei unserer Gassirunde aufzuwecken, ging es dann weiter zu unserem nächsten Ziel, der Campingplatz Het Koetshuiss.
Klingt holländisch - ist auch so.
Hier kocht die Frau (Ungarin) noch selbst, leckere ungarische Gerichte! Und eine Einführung in ungarische Geschichte gab es obendrauf.
Wir sind mitten in der Natur angekommen - herrlich!

Und Lui hatte das eine oder andere Techtelmechtel!

Eger ist die älteste Stadt Ungarns, Grund genug, sie zu besuchen. Und der Weinbau in Eger ist berühmt und bringt Spitzenweine hervor.
Das "Tal der schönen Frau" beherbergt mehr als 150 Weinkeller, die Atmosphäre und die Qualität der Weine haben sich rumgesprochen.

Ob man nach dem dritten Glas "Egri Bikavér" (Erlauer Stierblut) den Namen des Tals auch auf ungarisch aussprechen kann, Szépasszonyvölgly???
Wird schon auf deutsch schwierig!
Und ein Rundgang durch die Altsstadt lohnt sich!
Donauknie oder in den Süden, das war die Frage!
Wir haben uns für den Süden entschieden, ist wärmer!
Bei Soltvadkert einen tollen Platz gefunden, direkt am See, geöffnet ab 06.01.
Auf geht's, 250km überwiegend Autobahn, knappe 3 Stunden!
Das Tor war offen, der Platz war komplett leer, die Rezeption geschlossen.
Schonvakehrt!
Die Ungarn schreiben erst den Monat, dann den Tag, hätte man wissen können.
In 17km Entfernung, in Kiskunhalas gab es noch einen Campingplatz, der war wirklich offen.
Hin - und was hören wir, das angrenzende Thermalbad kann kostenfrei mitbenutzt werden. Tolle Idee!
"Halas" bedeutet auf ungarisch viele Fische, "kis" heißt klein und "kun" steht für das Volk der Kumanen, die hier siedelten.
Ansonsten hat der Ort außer viel Natur nicht viel zu bieten!
Von hier sind wir dann doch in Richtung Donauknie gefahren, mit einer Übernachtung in Szekesfehérvár.
Wird auch als die Stadt der Könige bezeichnet, war im Mittelalter neben Buda Krönungsstadt der ungarischen Könige, sieht man heute noch!
Übernachtung auf einem Parkplatz direkt am See, tolles Wetter, war ein Angelsee, jeder Steg besetzt, ob da wohl noch Fische drin sind?
Ein Angler grinste von einem Ohr zum anderen und reckte seine Trophäe in die Höhe, ein kapitaler Karpfen!
Zum Abendesssen einfach zu viel!
Aber auch diese Stadtbesichtigung war absolut sehenswert
Kuck mal, es gibt 3 Routen zum Donauknie: durch Budapest, rechts an Budapest vorbei, links an Budapest vorbei, links ist allerdings keine Autobahn.
Nehmen wir! Echt? Ja!
OK, über 2 Stunden über eine ungarische Landstrasse, na gut!
Auf dem Weg dorthin mussten wir durch Esztergom.
Schau mal, die Kuppel, müsste der Dom sein, fahren wir hin, am Kreisverkehr links rum.

Eine Brücke über die Donau, da geht es in die Slovakei, umdrehen geht nicht mehr, also rüber. Hoffentlich hält die, dürfen nur Fahrzeuge bis 3,5 t.

Visegrád liegt direkt am Donauknie, die Römer erkannten die strategische Lage, hier verlief die Grenze des Römischen Reiches, Teile des Limes und Übereste der Römischen Befestigungsskann man heute noch besichtigen.

Sehenswert ist auch das Kastell, hervorgegangen aus einer römischen Grenzbefestigung. Und der Blick von oben, traumhaft!
Und man glaubt es kaum, bei unserer letzten morgentlichen Gassirunde wollten wir (Lui und ich) gerade um eine Mauerecke biegen, da kam von der anderen Seite ein Waschbär, der hat sich genauso erschrocken wie wir!
Der Waschbär sofort kehrtmarsch und Lui? Der hat sich gar nicht mehr eingekriegt, was war das denn?
Los hinterher - nichts gibts, Du bleibst!
Mist, nichts kriegt man!
Und damit haben wir unsere persönlichen ungarischen Big Five zusammen:
Das ungarische Graurind
der Fischotter
der Waschbär
der Fasan
die Schildkröte
Fotos gibt es keine, waren für den Fotografen einfach zu schnell.
Die Schildkröte??? Ja, unter Wasser!
Und damit verlassen wir Ungarn, jetzt geht es weiter in das Land der Burgen und Schlösser, in die Slowakei!
Unser Navi sagt, das wir zum ersten Ziel in der Slowakei mit der Fähre über die Donau setzen müssen.
Na gut!
Und hier die Auflösung:
"Hódmezövásárhelykutassipuszta" bedeutet übersetzt:
"das Nest in der Kutai-Ebene, wo sich die Biber am Brunnen auf dem Marktplatz tummeln"
Und noch ein Beispiel der ungarischen Sprache:
Földalatti-rendszerészeti-ellenörzömüzer heißt übersetzt "unterirdisches Systemüberwachungsgerät"
- föld (Erde)
- alatti (unter)
- rendszer (System)
- észeti (Überwachung)
- ellenörzö (Kontroll)
- müszer (Instrument)
Alles klar?
































